Blumen von Jesus – Teil 5
Autorin: Anette Sorge
Am nächsten Morgen wachte Niklas auf und fühlte sich irgendwie anders. Sofort fiel ihm sein Traum wieder ein. Was war das nur für ein wunderbarer Traum gewesen?
Er schloss noch einmal die Augen und stellte sich das Gesicht von Jesus vor. Sofort sah er wieder seine liebevollen Augen vor sich und hörte innerlich die Worte: „Weil ich dich liebe …“
Er sprang fröhlich aus dem Bett und zog sich an. Die ganze Zeit musste er darüber nachdenken, dass Jesus ihn liebte. Das Leben fühlte sich anders an mit diesem Wissen.
Er ging in die Küche, um zu frühstücken. Mamas Augen waren wieder rot und verweint. Sofort wollten Traurigkeit, Angst und Wut hochkommen. Da fielen ihm die Steine ein, die er im Traum in den See geworfen hatte. Jesus hatte ihm stattdessen einen Blumenstrauß gegeben. Wie viel schöner war es doch, einen Blumenstrauß statt schwerer Steine zu haben. Niklas entschied sich, dass er auf keinen Fall die Steine wieder ausgraben wollte. Lieber wollte er die Blumen behalten, die ihn daran erinnern sollten, dass Jesus ihn liebte und dass er ihm vertrauen konnte. Nach dem Frühstück stand er auf, ging zu seiner Mutter und umarmte sie. „Ich hab‘ dich lieb, Mama!“, sagte er.
Seine Mutter starrte ihn verblüfft an, und in ihren Augen glitzerte es verdächtig. „Ich bin so froh, dass ich dich habe, Nicki!“, flüsterte sie.

Mit Lukas
„Hey, was willst du für diese Karte haben?“ Lukas‘ Augen glänzten begeistert. „Ich könnte dir diese beiden anbieten!“
„Niemals, die ist mindestens vier Karten wert!“, protestierte Niklas.
Sie hatten sich, wie sie es öfter taten, in der Pause zum Tauschen verabredet. Sammelkarten waren bei allen Jungen in der Klasse beliebt. Sie waren unterschiedlich viel wert, und, je nachdem, wem welche Karte fehlte, tauschten sie miteinander.
Die Karte, die Lukas so gerne haben wollte, war eine ganz besondere. Sie glänzte silbern, und die Figur auf ihr war eine seltene. Niklas überlegte, ob er sie überhaupt hergeben wollte, weil auch er sie gerne mochte. Aber für vier andere Karten konnte er es sich überlegen.
„Okay“, gab Lukas nach. „Wie wäre es zusätzlich noch mit den beiden hier?“
Niklas schaute sich alle Karten genau an. „Nein, diese beiden oder gar keine!“, entschied er.
„Na gut!“ Lukas gab ihm die geforderten vier Karten und Niklas reichte ihm die glänzende.
Ein unglaublicher Tausch
Am Nachmittag nach den Hausaufgaben sah Niklas seine Kinderbibel im Regal stehen. Sofort dachte er wieder an den Traum und holte sie. Als er sie aufschlug, schaute er sich die Bilder von Jesus an. Er hatte im Traum viel schöner ausgesehen als auf den Bildern, fand Niklas. Trotzdem blätterte er die Bibel durch und schaute sich alles sorgfältig an. Sein Blick blieb bei einem Bild hängen, auf dem Jesus verletzt und blutend das Kreuz trug und unter der schweren Last fast zusammenbrach.
Jesus hat auch Lasten getragen, die ihm viel zu schwer waren, genau wie ich, schoss es durch seine Gedanken. Er blätterte weiter und sah auf der nächsten Seite Jesus, wie er am Kreuz hing. Was für ein trauriges Bild. Der wunderschöne Jesus wie ein schrecklicher Verbrecher hingerichtet. Niklas schloss die Augen und stellte sich wieder Jesus vor, wie er ihn im Traum gesehen hatte. Warum musste jemand, der so liebevoll war wie Jesus, eigentlich wie ein Verbrecher sterben? Nachdenklich las er den Satz, der unter dem Bild stand: „Denn Gott lud Christus, der nie etwas Böses getan hat, unsere Schuld auf, damit wir so gerecht werden konnten wie er.“ (2. Korintherbrief 5,21)
Er las den Satz immer wieder und versuchte, ihn zu verstehen. Also, Gott hat Jesus meine Schuld aufgeladen. Meinen Stolz, meine Wut, meine Angst. Und dafür hat er mich so gerecht und rein gemacht wie Jesus ist? Ist das echt so? Hat Jesus wirklich all mein Schlechtes gegen sein Gutes getauscht?
Aber es musste wahr sein, denn er hatte es selbst erlebt, dass Jesus den verwahrlosten, chaotischen Garten seines Herzens in einen wunderschönen Ort verwandelt hatte. Jesus hatte ihm außerdem seinen schweren Rucksack abgenommen und ihm Blumen statt der Steine geschenkt, und Niklas hatte so viel Freude, Frieden und Liebe gespürt wie noch nie zuvor. Ja, das war ein Tausch gewesen! Er hatte seine Angst gegen Frieden eingetauscht. Ablehnung gegen Geliebt-Sein. Traurigkeit gegen Freude, Wut gegen Vergebung.
Plötzlich musste Niklas an die Sammelkarten denken. Er legte immer großen Wert darauf, dass der Tausch fair war. Niemals würde er eine seiner besseren Karten gegen eine schlechte eintauschen. Jesus hatte anders getauscht. Er hatte das Schlechte genommen und das Gute gegeben, Schuld auf sich genommen und Gerechtigkeit verschenkt.
Boah, was für ein Tausch! Das war fast zu schön, um wahr zu sein. Trotzdem war es wahr! Ein Lächeln breitete sich auf Niklas‘ Gesicht aus. „Danke, Jesus!“ Fast unhörbar formten seine Lippen diese Worte, aber er wusste, dass Jesus ihn hörte.
In seinem Herzen, dem Garten, spürte er die geflüsterte Antwort von Jesus: „Weil ich dich liebe …“
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Gerade die Colorania-Serie hat unsere Kinder alle begeistert: spannend – nicht zuuuu spannend / gute Bilder für geistliche Zusammenhänge / unterhaltsam / ermutigend
